1241 lbs Super Grander

1241 lbs bzw. 563 kg atl. Blue-Marlin-Fang vor Kap Verde / São Vicente am 24. September 2006:

  • Länge über alles (Die Schwertspitze war in früheren Jahren abgebrochen), 458 cm
  • Kurze Länge: 378 cm
  • Umfang: 220 cm
  • Angler: Barry Silleman
  • Captain: Berno Niebuhr
  • Boot: Happy Hooker 1

Super Grander 1241 lbs

Wir hatten vier holländische Gäste an Bord. Alle waren 65 Jahre oder älter, und daher gab der erste Angler, der im Stuhl saß, schon nach 15 Minuten auf. Sein Freund Barry Silleman übernahm. Barry Silleman betreibt ein Sportstudio und machte daher einen richtig guten Job mit dem Fisch.
Wir fischten Kunstköder mit 80-lbs-Ruten und hatten die Rollen mit 130-lbs-Schnur bespult, um etwas Sicherheitsreserve zu haben. Das zahlte sich auch bei diesem Fisch wieder aus. Fragt mich blos nicht, was für einen Köder das war! Ich hab diesen verdammten Köder nämlich noch nicht einmal gesehen.
Ich weiß nur noch, dass es ein großer, pinkfarbener Resin-Kopf war. Einer meiner Decksjungen hatte ihn am Vortag von irgend jemandem bekommen und ihn montiert ohne mir vorher überhaupt zu zeigen, was er da aufs Boot gebracht hatte!
Ich denke, er hatte Angst, dass ich sage: »Nein! Dieses hässliche alte Teil kommt mir nicht an die Angel! Ich will Fisch fangen und nicht erschrecken!«
Wie dem auch sei, wir schnitten den Köder ab, nachdem wir den Marlin gegafft und längsseits am Boot vertäut hatten, und so wird niemand jemals wissen, was das für ein Köder war …
Aber letztendlich hatte dieses »Pink-Ding« funktioniert!
Als ich den Blauen zum ersten Mal sah, unter dem Boot etwa zwei Stunden nach dem Biss, hatten wir fast schon den Doppelleinen-Knoten erreicht. Ich sagte den Jungs, dass sie die Gaffs fertigmachen sollen. Ich war mir sicher, dass der Fisch weit mehr als 1000 lbs haben würde …
(Bisher habe ich erst drei Gander hier in Kap Verde gelandet. Der erste war 1998 ein 1093-Pfünder, ein anderer, der im Drill gestorben war, mit 1042 lbs (hätte er überlebt, hätte ich ihn als 850- oder 900-Pfünder released) und jetzt dieser mit 1241 lbs. Aber ich fing und »releaste« mindestens eine Handvoll weitere. Erst letztes Jahr ein Blauer, der noch größer war als dieser 1241-Pfünder! Wie viele wir in den letzten neun Jahren hier verloren haben, weil sie starben, und wir sie deshalb nicht mehr hochbringen konnten, kann ich nicht mehr zählen. Einmal drillten wir einen fünf Stunden lang und am Ende riss die 130-Pfund-Schnur als der tote Fisch nur noch rund 50 Meter unter der Oberfläche war …)
Wir konnten das Vorfach noch nicht fassen, aber nach ein paar weiteren Versuchen konnten wir es schließlich zum ersten Mal greifen und brachten den Fisch an die Oberfläche. Meine Crew ist im Gaffen unerfahren, denn, wie jeder weiß, wird fast jeder Fisch, den ich fange, markiert und wieder freigelassen (tag&release).
Im ersten Versuch gelang das Gaffen nicht, und wir mussten das Vorfach wieder loslassen. Der Blaue schwamm nun nur etwa 15 Meter tief unter dem Boot, und mithilfe der Finger des Anglers, der den Druck auf die Rolle etwas erhöhte, brach plötzlich die Rute mit einem lauten »Knack«! Aber glücklicherweise verloren wir den Fisch ncht, und die Schnur hielt stand. Wir montierten nun den »Fisch-Extraktor« an eine zweite Rute und ließen ihn zum Fisch herunter. Mit der zweiten Rute, die nun mit dem Vorfach verbunden war, und der Hilfe der Crew an der Schnur der ersten, gebrochenen Rute, konnten wir den Fisch wieder nach oben bringen. Aber das Gaffen misslang noch mehrmals, und der Fisch tauchte jedes Mal wieder unter das Boot. So große Fische, auch wenn man sie nicht hochbringen kann und man sie nur am Vorfach hält und mit dem Boot rückwärts hinter ihnen herfährt, ermüden dennoch sehr beim Versuch zu fliehen. Daher zeigte er uns uns einige Versuche später »Weiß«. Darauf hatte ich nur gewartet. Diesmal konnten wir endlich ein Gaff setzen und der Fisch war sicher.

Der größte bisher in Kap Verde offiziell gewogene Blue Marlin!

Und ich vermute, der größte (bisher) dieses Jahr (2006) mit Rute und Rolle gefangene weltweit, auch wenn er nicht nach IGFA-Regeln gefangen wurde.
Tight lines,
Berno